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Versicherungen als Geldanlage?

Wenn Sie Ihren Versicherungsvertreter fragen, ist das die beste Geldanlage schlechthin, aber er möchte Ihnen natürlich etwas Verkaufen, weil er von diesen Abschlüssen lebt! Genauer betrachtet erweisen sich Versicherungen allerdings als eine der schlechtesten Formen der Geldanlage. Gemeint sind damit natürlich die Kapitallebensversicherungen, denn kaum eine andere Versicherung auf dem Markt akkumuliert ihr Kapital. Sie werden oftmals mit der sogenannte Überschußbeteiligung geködert um einen Vertrag abzuschließen. Die normale und zugesicherte Rendite ist so kläglich wie bei einem normalen Sparbuch. Das reißt niemanden vom Hocker und ein Versicherungsvertreter würde nur wenige Abschlüsse machen, wenn er mit dieser kläglichen Rendite hausieren gehen müsste. Aber zum Glück für den Vertreter haben die Versicherungsgesellschaften die Überschußbeteiligung erfunden. Damit kann der Versicherungsmensch, der bei Ihnen Zuhause auf der Couch sitzt, so richtig vom Leder ziehen und Ihnen etwas von tausenden von Euros vorschwärmen, die Sie dann bei Ablauf der Versicherung zusätzlich ausbezahlt bekommen. Diese tausende von Euros werden Ihnen aber nirgends garantiert. Kommt es dann zur Auszahlung der Versicherung, entpuppen sie sich oftmals nur als wenige hundert Euros. Die tausende von Euros, die Ihnen 30 Jahre vorher bei Abschluß vorgeschwärmt wurden, sind dann schon vergessen.

In anderen Worten, als Kapitalanlage sind Kapitallebensversicherungen nicht zu empfehlen. Sie erhalten bei anderen Anlageformen mit ähnlich geringem Risiko weit mehr Rendite, und außerdem kommen Sie dabei jederzeit an Ihr Geld. In einer Kapitallebensversicherung ist Ihr Geld für die ganze Laufzeit nicht verfügbar. Worüber Sie allerdings nachdenken sollten, ist eine Kapitallebensversicherung abzuschließen, wenn Sie damit z.B. einen Hauskredit absichern wollen. Manche Kreditgeber fordern das sowieso, und wenn nicht, ist es trotzdem emfpehlenswert den Hauptverdiener in der Familie zu versichern. Denn tritt der Todesfall ein, sollte dann wenigstens das Haus bezahlt sein, damit der Rest der Familie dann nicht in der Gosse landet. Eine Risikolebensversicherung ist zwar wesentlich billiger, und würde den Zweck ebenfalls erfüllen, aber wenn Sie es sich leisten können sollten Sie über eine Kapitallebensversicherung nachdenken. In einer Risikolebensversicherung ist Ihr Geld auf jeden Fall weg. Bei einer Kapitallebensversicherung haben Sie zusätzlich zur Absicherung des Risikos Ihr Geld wenigstens so angelegt, daß Sie es wieder bekommen und die Inflation einigermaßen ausgeglichen wird. Außerdem kann das Geld dann eventuell dazu benutzt werden um den restlichen Kredit für das Eigenheim abzulösen, und damit schuldenfrei zu werden.

Wenn Sie ein umfassendes Versicherungsangebot suchen, sie Sie möglicherweise beim Bund der Versicherten gut aufgehoben. Mitglieder können dort an günstigen Gruppenversicherungen teilnehmen und Sie zahlen für Privathaftpflicht, Risikolebensversicherung, etc. nur einen Bruchteil der am Markt üblichen Preise. Der Nachteil ist, daß Sie einen Mitgliedsbeitrag entrichten müssen, und sich das Ganze nur rechnet, wenn Sie mehrere Versicherungen über den BDV abschließen.