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Inflation wie in einer Bananenrepublik

Glaubt man den offiziellen Zahlen so liegt die Inflationsrate 2008 in Deutschland nur bei 2% oder in vorherigen Jahren z.B. 2007 gar nur bei 1,7% (CIA World Factbook - Version Mai 16, 2008). Glaubt man der Zeitschrift "Welt" (16. April 2008, Geldentwertung), liegt die Inflationsrate bei mehr als 3%: "Die Inflation ist zurück: Im März trieben hohe Kosten für Benzin und Nahrungsmittel die Teuerungsrate auf mehr als drei Prozent".

Was stimmt nun? Zwischen 2% und mehr als 3% liegt ein himmelweiter Unterschied. Stimmen denn die 3% überhaupt? Woher bezieht die "Welt" und andere Medien denn ihre Daten? Das Statistische Bundesamt ermittelt die aktuellen Inflationsraten. Dazu wird ein gemischter Warenkorb herangezogen, in dem sich alles befindet, was auf dem Markt erhältlich ist. Da sind von Grundnahrungsmitteln über elektronische Geräte bis hin zu Automobilen alle Artikel vertreten, die der Deutsche Michel so angeblich kauft. Die Preissenkung bei Fernsehgeräten Made in China wird also mit der Preiserhöhung des Laib Brotes vom Bäcker nebenan verrechnet. Dabei ergibt sich dann eine Inflationsrate von durchschnittlichen 3%. Das das aber Augenwischerei übelster Sorte ist, hat das Statistische Bundesamt schon gewissermaßen selbst zugegeben. In einer Pressemitteilung Nr. 404 vom 27.09.2005 steht zu lesen:

"Die Analysen zeigen ferner, dass die Inflationswahrnehmung auch 2005 auf einem Niveau von monatsdurchschnittlich 7,4% verharrt und damit in etwa auf dem Niveau der Zeit um die Euro-Bargeldeinführung. Es besteht also nach wie vor ein sehr deutlicher Unterschied zwischen wahrgenommener und amtlich ermittelter Inflation."

Das war im Jahr 2005. Inzwischen hat sich aber an der Preisschraube einiges getan. Die letzten Nahrungsmittelpreiserhöhungen und der Preiskrieg auf dem Ölmarkt lassen die "wahrgenommene" Inflation auf schätzungsweise 9,8% (2008) ansteigen.

Was heißt hier eigentlich "wahrgenommene Inflation". Man sollte besser sagen wirkliche Inflation. Deutsche Familien stehen inzwischen mit dem Rücken zur Wand. Den Tand aus China will keiner mehr haben. Jeder dreht inzwischen den Euro mehrfach um, bevor er ihn für Elektronikramsch aus Fernost ausgibt. Der Absatz auf dem deutschen Automobilmarkt ist ebenfalls stark rückläufig. Was zählt ist der Laib Brot im Korb und die Butter zum draufschmieren. Die restlichen Kröten muß man zusammen kratzen um noch die Miete bezahlen zu können. Zusammenfassend ausgedrückt, sieht der tatsächliche Warenkorb der Deutschen ganz anders aus als der des Statistischen Bundesamtes. Bei diesem tatsächlichen Warenkorb, der den Grundbedürfnissen der Bürger besser entspricht, ist die Inflationsrate jedoch 9,8% und nicht 3% wie amtlich errechnet.

Wenn Sie sich also wundern wo wieder einmal das Geld geblieben ist, haben Sie hier einen Teil der Antwort. Sie müßten jedes Jahr also eine Lohnerhöhung von etwa 7% bekommen um wenigstens den Lebensstandard zu halten. Da Sie aber wie die meisten leer ausgegangen sein dürften, oder mit 3%-4% abgespeist wurden, läßt sich absehen, daß Ihnen Früher oder Später das Wasser bis zum Hals stehen wird, wenn Sie keine Gegenmaßnahmen ergreifen.