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Aktien als Geldanlage?

Aktien ja oder nein?

Spielen Sie mit dem Gedanken Ihr sauer Erspartes in Aktien anzulegen, um von den angeblichen überproportionalen Zuwachschancen zu profitieren, oder haben Sie bereits investiert?

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben treffsicher die Methode ausgewählt Ihr Geld am sichersten zu vernichten. Dieses Wort "vernichten" wird gern gebraucht. Es ist in aller Munde, wenn mal wieder ein Börsencrash stattgefunden hat. Aber Geld kann man nur vernichten, wenn man es als Banknoten in der Hand hält und anzündet. Geld wird bei einem Börsencrash nicht "vernichtet", auch wenn Politiker und Medien das so ausdrücken. Ihr Geld hat jetzt nur ein anderer. Aber schauen wir uns ein Beispiel an, das deutlich zeigt, daß sich Aktien als Anlage nicht eignen:

Wer z.B. vor dem Börsencrash im Jahr 2000 in T-Online Aktien, die es inzwischen garnicht mehr gibt, 10.000 EUR investiert hatte, stand wenige Wochen später vor einem regelrechten Scherbenhaufen. Die Papiere waren nur noch ca. 2 000 EUR wert. Der damalige Boom der Technologieaktien wurde jäh gestoppt und zerplatzte wie eine Seifenblase. Für den Kleinanleger geschah das ohne Vorwarnung oder irgendwelche erkennbare Anzeichen. Wer die Aktien hielt, bzw. verkaufte und in andere Aktien investierte, konnte mit einigem Glück Anfang des Jahres 2008 feststellen, daß die Verluste aus dem Jahr 2000 beinahe ausgeglichen waren, und man konnte schon fast auf einige Prozent Gewinn hoffen. Dann kam allerdings die Finanzkrise in der 2. Hälfte des Jahres 2008 und schon wieder krachte es an der Börse. Dieses Mal waren die Verluste "nur" rund 50%. Ihre 10 000 EUR waren also wieder einmal nur noch runde 5000 EUR wert.

Geldanlage kann man das nicht mehr nennen. Es ist eher ein schlechter Witz. Bestenfalls gut informierte Hazardeure vom Format eines Andre Kostolany schaffen es auf diesem Gebiet als Kleinanleger noch ihre Gewinne zu machen. Aktien kaufen wenn sie gerade am steigen sind, und dann wenige Tage oder Wochen später mit Gewinn wieder verkaufen und das Geld in ein neues Geschäft stecken. Etwa in dieser Art läuft dieses Hazard-Spiel ab, und nur wer Glück hat, der hat gerade noch rechtzeitig seine Aktien zu Geld gemacht bevor er dann vom nächsten Börsencrash oder einer Firmenpleite eiskalt erwischt wird. Dazu gehören ein untrügliches Gespür für dieses Geschäft und eine hohe Risikobereitschaft. Außerdem brauchen Sie genügend Startkapital, bei dem es Ihnen nicht weh tut wenn es teilweise verlorengeht. Sie brauchen dazu auch gute Informationen und einen tiefen Einblick in die Wirschaft und ihre Zusammenhänge. Nur wenige Kleinanleger dürften dazu in der Lage sein.

In anderen Worten, wenn Sie zocken wollen, nehmen sie eine Handvoll Euro und gehen in ein Casino. Verschwenden Sie aber nicht ihr Erspartes an den Aktienmarkt. Am Aktienmarkt gibt es nicht wirklich etwas zu gewinnen. Das Geld wird nur Umverteilt. Der Gewinn des Einen ist gleichzeitig der Verlust des Anderen. Auf dem Aktienmarkt spielen aber zu viele Großanleger mit, deren Spiel Sie nicht durchschauen können, und die dafür sorgen, daß Sie als Kleinanleger auf der Verliererseite stehen. Fazit - Finger weg von Aktien!

 

Warum Aktien als Geldanlage nicht funktionieren

Aktien sind urspünglich dazu gedacht Firmen mit zusätzlichem Betriebskapital zu versorgen, z.B. um zu expandieren und neue Investitionen zu tätigen. Innerhalb gewisser Grenzen und unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Firmen "an die Börse" gehen und Aktien verkaufen.

Diesen Vorgang nennt man Neuemission und Interessenten können vor Ausgabe der Aktien diese zeichnen, d.h. bestellen. Der Gedanke, daß Sie damit einen Anteil der Firma kaufen ist nur bedingt richtig. Eine Aktiengesellschaft muß eine bestimmtes Betriebskapital nachweisen, bevor sie an die Börse geht, aber die Neuemmission von Aktien ist ihrem Wesen nach eher die Aufnahme eines Kredits bei den Aktionären und nicht eine Beteiligung an bestehendem Betriebsvermögen. Mit einer Aktie kaufen sie also lediglich ein Stück Papier mit dem alle Beteiligte die Hoffung verbinden, daß der Wert erhalten bleibt und langfristig sogar vermehrt wird. Der Geschäftserfolg der Firma, die an die Börse geht ist also dafür Ausschlag gebend ob die Aktie fällt oder steigt. Beim Börsencrash im Jahr 2000 hat sich gezeigt, wie wackelig diese Art von Aktienkauf sein kann. Einige der "New Technology" Unternehmen erwiesen sich als richtiggehende Flops. Sie gingen sang- und klanglos Pleite und ließen die Aktionäre mit leeren Händen stehen. Manches hoffnungsvolle Unternehmen erwies sich als nichts anderes als eine Bastelbude mit einigen Internet-Servern im Keller und einer handvoll mehr oder weniger fähigen Programmierern in den angemieteten Büros. Aber auch bei den sogenannten seriösen Aktien, bei denen das Prinzip einer steigenden Aktie bei gutem Geschäftserfolg noch funktionieren sollte, haben Sie kaum eine Chance auf lange Sicht profit zu machen.

Der Grund warum sie bei diesen Aktien auch nur verlieren können, ist daß die Großanleger durch den Kauf oder Verkauf von großen Aktienpaketen den Kurs nach Wunsch beeinflussen können, und das auch kräftig tun. Verbunden mit Analystenmeinungen und Presseberichten, die dem Kauf- oder Verkaufsvorhaben der Großen entsprechend weiteren Vorschub leisten, können Sie hier den wirklichen Abzockern ganz schön auf den Leim gehen. Folgende Vorgehensweise findet hier Anwendung:

Ein Großanleger bietet für einen großen Posten von Aktien eines gewissen Unternehmens einen Preis pro Aktie, der z.B. 3% über dem aktuellen Kurs liegt. Dieser Anreiz bringt etliche mittlere und kleine Anleger dazu ihre Aktien dieses Unternehmens zu verkaufen. Insgesamt ist die gewünschte Menge der zu kaufenden Aktien ein bertächtlicher Anteil der sich im Umlauf befindlichen Aktien, z.B. 5% bis 10%, da sich dieser Effekt nur in diesem Fall zeigt.

Der Großanleger bekommt die gewünschten Aktien zu einem Preis, der irgendwo zwischen dem letzten Kurs und den zusätzlich gebotenen 3% liegt. Durch diesen Kauf und dem damit verbundenen Kursanstieg, wurde eine Welle in Gang gesetzt, die dazu führt, daß weitere, meist kleinere Anleger sich nun auf diese Papier stürzen und es kaufen wollen, da man einen weiteren Anstieg des Kurses erwartet. Dieser Kursanstieg erfolgt dann natürlich auch, da entsprechende Nachfrage herrscht. Im Verlauf des Kursanstiegs kann dann der Großanleger dazu übergehen den Markt mit ständigen Verkäufen von kleineren Mengen der Aktie zu befriedigen, ohne jedoch den Kurs wieder zu stark zu drücken. Diese Verkäufe bringen natürlich dem Großanleger entsprechende Gewinne ein, und führen ihm sein eingesetztes Kapital ebenfalls zurück. Nach Verkauf der ursprünglich gekauften Aktien wurde das Geld umverteilt, vom Kleinanleger hin zum Großanleger. Der börsennotierte Wert der Aktie ist dadurch angestiegen und wird sich auch noch eine Zeit lang auf diesem Niveau halten, obwohl dieser Anstieg überhaupt nichts mit dem Geschäftserfolg des Unternehmens zu tun hat dessen Aktie gehandelt wurde. Das Spiel kann dann von neuem beginnen, entweder mit den gleichen Papieren oder mit einer anderen Aktie. Es ist also ein Pumpmechanismus, der für die beherrschenden Kräfte auf diesem Markt sicher funktioniert. Der wirkliche Wert einer Aktie läßt sich nur schwer abschätzen, er ist aber in der Regel nur ein Bruchteil des gehandelten Werts. Der Kurs zum Emissionzeitpunkt ist ein Hinweis auf den wirlichen Wert, wenn man davon ausgeht, daß das Unternehmen, das die Aktien herausgibt das Kapital dann auch für Erweiterungen und Investitionen verwendet hat. Natürlich kommt noch ein eventuell erwirschafterter Gewinn und allgemeiner Geschäftserfolg hinzu, der aber in der Regel sehr viel geringer ist, als der Zuwachs des Aktienkurses. Es sind ungeheuer große Mengen Kapital im Umlauf. Die Gewinne der Unternehmen und Banken der letzten Jahrzehnte waren ungebrochen, und das erwirtschaftete Geld muss irgendwo investiert werden. Der Aktienmarkt bietet sich dazu an. Käufe und Verkäufe können innerhalb weniger Minuten getätigt werden. Man bindet sein Geld also nicht langfristig. Zudem sind ja an den Börsen auch in der Regel große Gewinne zu erwirtschaften, wenn man den richtigen Zeitpunkt für Kauf und Verkauf erwischt. Alle paar Jahre kommt es dann aber wieder zu einem Börsencrash, der im wesentlichen eine Korrektur der Aktienkurse in die Nähe des wirklichen Werts der Aktien darstellt. Die Großanleger haben sich aber entsprechend dagegen abgesichert, bzw. beginnen wieder von neuem den Pumpmechanismus anzuwerfen. Die getätigten Gewinne sind natürlich längst Beiseite geschafft. Nur selten erwischt es auch einen der großen Anleger, wenn er den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg verpaßt hat.

Der Aktienhandel ist also Handel mit heißer Luft, ein Zockerspiel, das nur zur Umverteilung von immensen Geldsummen dient, und das mit Sicherheit nicht zu Gunsten der Kleinanleger.